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Dokumentarfilm: Öffentlich finanziert und im Nachtprogramm versendet.

Short thesis

Dokumentarfilme werden meist durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und öffentliche Förderer finanziert. Häufig verschwinden sie aber schon nach einer kurzen Auswertung im Archiv und kommerzielle Erfolge bleiben aus. Eine Alternative wäre, Dokumentarfilme angemessen öffentlich zu finanzieren und frei zu lizenzieren. Eine Filmemacherin und ein Jurist sprechen darüber, warum freie Lizenzen ein taugliches und zulässiges Mittel sind und welche Zukunftsperspektiven sich daraus ergeben könnten.

Description

Dokumentarfilme werden meist durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und öffentliche Förderer teilfinanziert und durch Kino, DVD, Fernsehen und auf digitalem Wege ihrem Publikum näher gebracht. Genauer betrachtet ist aber die Lage, im komplizierten Dschungel aus alten und neuen Strukturen, für alle Beteiligten mehr als unbefriedigend.

Dokumentarfilme laufen meist nur kurz im Kino, werden häufig nur selten und auf schlechten Sendeplätzen ausgestrahlt und stehen nicht lange in den Mediatheken zur Verfügung. Der ÖRR fokussiert sich auf formatierte Dokus, deckt selbst bei Auftragsproduktionen meist nicht die gesamten Herstellungskosten und ringt mit der neuen Konkurrenz durch die großen Streaminganbieter. Die Hersteller*innen sind kaum noch in der Lage die Finanzierungen zu stemmen. Die Politik kümmert sich derweil um künstliche Limitierung und Depublikation, dabei bleibt aber auch meist der Erlös aus weiteren Rechteverwertungen für die Hersteller*innen aus. Für das Gebühren zahlende Publikum wiederum ist schwer vermittelbar, warum Dokumentarfilme nach kurzer Zeit nicht mehr verfügbar sind und die Frage nach gesellschaftlicher Relevanz bleibt meist hinter einer vermeintlichen finanziellen Auswertung zurück.

Doch Dokumentarfilme haben als Werkzeug zur Reflexion von Gesellschaft oder als historischer Beleg eine wichtige Funktion für die Demokratie in der Informationsgesellschaft. Würden freie Dokumentarfilme mit öffentlichen Geldern, zB über den ÖRR, unabhängig von der Politik angemessen finanziert und unter einer Creative Commons-Lizenz digital zur Nachnutzung bereitgestellt, dann wäre das ein zukunftsweisendes Modell für alle Beteiligten.

Eine Filmemacherin, die Erfahrungen mit Veröffentlichungen unter Creative Commons hat und ein Jurist, der auf Urheberrecht, Digitalisierung und kulturelles Erbe spezialisiert ist, sprechen gemeinsam darüber, warum freie Lizenzen ein taugliches und zulässiges Mittel sind und welche Zukunftsperspektiven sich daraus ergeben könnten.